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Lehrplanauszug AWT 8. Jahrgangsstufe M

Im Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik ist das Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik das Leitfach. Die Lehrplaneinheit 8.2 "Schüler stellen mit technischen Verfahren Produkte für einen Markt her" ist als Projekt konzipiert. In den Fächern Arbeit-Wirtschaft-Technik , Gewerblich-technischer Bereich und Kommunikationstechnischer Bereich sollen die fachlichen sowie projektmethodischen Lernziele und Lerninhalte aufeinander abgestimmt und das Projekt gemeinsam geplant und gestaltet werden.

Die im Inhaltsbereich 8.3.1 mit ­ gekennzeichneten Lerninhalte können bei entsprechender Sachlage auch in die M9 (9.1.1) verschoben werden.

Arbeit und Wirtschaft

  • 8.1 Der Betrieb als Ort des Arbeitens und Wirtschaftens

Lernziele Die Schüler sollen mindestens zwei Betriebserkundungen in verschiedenen Wirtschaftssektoren (z. B. Urproduktion, Handwerk/Industrie, Dienstleistung) durchführen. In den Mittelpunkt der Erkundung stellen sie Fragen zu den betrieblichen Organisationsbereichen Beschaffung, Produktion und Absatz. Aus den angebotenen Lerninhalten wählen sie einen Schwerpunktbereich für die Erkundung aus. Bei allen Erkundungen sollen Schüler auch betriebliche Arbeitsplätze erkunden. Darüber hinaus sollen sie herausfinden, wie Betriebe ökologisch handeln. Die Schüler sollen möglichst selbstständig beim methodischen Vorgehen arbeiten und verschiedene Formen der Dokumentation beherrschen.

Lerninhalte

  • 8.1.1 Wie gehen wir vor?

­ inhaltliche und methodische Vorbereitung und Durchführung der Erkundung: sich möglichst selbstständig Informationen zum Betrieb beschaffen, Schwerpunkte der Erkundung festlegen, individuelle Fragenkataloge entwickeln, Beobachtungs- und Erkundungsaufgaben festlegen, Fragetechniken üben und anwenden, ein Kurzinterview vorbereiten, Ergebnisse in Stichpunkten notieren oder protokollieren, Arbeitsschritte skizzieren und grafisch darstellen ­ organisatorische Vorbereitung der Erkundung: die Erkundung möglichst arbeitsteilig planen, die jeweiligen Aufgaben der Gruppen oder Gruppenmitglieder festlegen und verteilen ­ Nachbereitung der Erkundung: die Ergebnisse zusammenfassen, persönliche Eindrücke formulieren, Plakate gestalten, das gesamte Vorgehen bei der Erkundung kritisch betrachten und Schlussfolgerungen ziehen und dies dokumentieren

Wahlmöglichkeiten in den Themenbereichen 8.1.2 / 8.1.3 / 8.1.4Jede der drei Spalten gilt als ein Vorschlag für die Betriebserkundung.Aus den dargestellten Vorschlägen wählen die Schüler pro Betriebserkundung einen Vorschlag verbindlich aus, d. h., sie entscheiden sich für Spalte 1 oder Spalte 2 oder Spalte 3.Die Schüler haben auch die Möglichkeit, einen eigenen Vorschlag anhand der Lerninhalte 8.1.2 bis 8.1.4 zu erarbeiten. Vorschlag 1Schwerpunkt im Themenbereich8.1.2 Beschaffung Vorschlag 2Schwerpunkt im Themenbereich8.1.3 Produktion Vorschlag 3Schwerpunkt im Themenbereich8.1.4 Absatz

  • 8.1.2 Beschaffung­ Einkauf­ Lagerhaltung­ technische und finanzielle Investitionen 8.1.2 Beschaffung­ Lagerhaltung 8.1.2 BeschaffungLagerhaltung
  • 8.1.3 Produktion­ Arbeitsorganisation 8.1.3 Produktion® GtB 8.2.2, 8.3­ Leistungserstellungsprozess­ Arbeitsorganisation 8.1.3 Produktion­ Arbeitsorganisation
  • 8.1.4 AbsatzProduktpolitik 8.1.4 Absatz­ Produktpolitik 8.1.4 Absatz­ Produktpolitik­ Preispolitik­ Kommunikationspolitik­ Distributionspolitik Die Lerninhalte aus 8.1.5 und 8.1.6 sollen bei allen Vorschlägen in den Betriebserkundungen je nach regionalen Gegebenheiten eingearbeitet werden.8.1.5 Mensch und Technik am Arbeitsplatz­ berufliche Anforderungen­ Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten­ Arbeitsplatzbedingungen, z. B. Arbeitsbelastung, Arbeitsbeanspruchung ® KtB 8.6­ Einfluss von Technik auf die Menschen an diesem Arbeitsplatz­ Einfluss von Technik auf die Arbeitsorganisation­ Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit8.1.6 Ökologie im Betrieb ® KtB 8.5­ Abfallvermeidung­ Recycling­ Entsorgung Lerninhalte, die Schüler nicht im Ablauf der Betriebserkundung erarbeiten können, sollen sie im herkömmlichen Unterricht erarbeiten

Wiederholen, Üben, Anwenden, Vertiefen ­ betriebliche Grundfunktionen kennen: Beschaffung, Produktion, Absatz

Arbeit, Technik und Wirtschaft

  • 8.2 Schüler stellen mit technischen Verfahren Produkte für einen Markt her ® GtB 8.2

Fachliche LernzieleDie Schüler sollen sich handlungs- und erfahrungsorientiert wirtschaftliches und technisches Grundwissen aneignen, indem sie als Anbieter, Produzenten und Verkäufer von Waren auftreten. Sie sollen bei der Herstellung einen betrieblichen Produktionsprozess unter Verwendung arbeitsteiliger Fließfertigung nachvollziehen. Dabei sollen sie Kenntnisse aus Betriebserkundungen anwenden. Projektmethodische LernzieleDie Schüler sollen die Projektmethode als Lernmethode anwenden und vertiefen. Sie sollen begreifen, dass es sinnvoll und zielführend ist, ein Arbeitsvorhaben zu planen, zu organisieren und zu strukturieren. Sie sollen in der Projektarbeit ihren eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend Aufgaben übernehmen und dabei mit ihren Mitschülern kooperieren. Dabei sollen sie methodische Kenntnisse aus Betriebserkundungen und den Fächern der berufsbezogenen Praxis, insbesondere aus dem Fach GtB anwenden.

Fachliche Lerninhalte Projektmethodische Lerninhalte

  • 8.2.1 Produktentscheidung­ Herstellungsanlass­ Bedarfsanalyse­ Marktchancen Das Projekt starten­ Themenvorschläge für einen Gebrauchsgegenstand machen, darüber diskutieren und sich für ein Produkt entscheiden­ eine Umfrage unter Schülern machen und auswerten
  • 8.2.2 Produktionsplanung­ Arbeitsteilung, Fertigungsverfahren, Arbeitstechniken­ Betriebsmittel­ Materialien, Bedarfsplanung, -berechnung­ Materialkosten: Kalkulation, Preisvergleich­ Finanzierungsmöglichkeiten­ Zeitplanung­ rechtliche Rahmenbedingungen zu Kauf und Verkauf Den Projektablauf planen­ Ziele vereinbaren­ einen Zeitplan aufstellen­ gemeinsam die Arbeitsschritte vereinbaren­ die Arbeitsaufgaben verteilen­ überlegen, wie die Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Fächern der berufsbezogenen Praxis in das Projekt eingebracht und angewandt werden können
  • 8.2.3 Produktion­ Produktionsstätte­ Energie­ Arbeitsorganisation; Arbeitszerlegung und Arbeitszusammenführung­ Fließfertigung­ Herstellungsprozess Die Projektarbeit ausführen­ praktische Umsetzung nach festgelegten Organisationsstrukturen­ in den Arbeitsgruppen kooperieren­ Arbeitsorganisation, Zeitplanung und Arbeitsqualität überprüfen­ Arbeitsergebnisse auswerten und beurteilen
  • 8.2.4 Marketing und Verkauf­ Verkaufsförderung, Werbung­ Preisgestaltung­ Absatzwege und Verkauf Das Projektergebnis präsentieren­ Präsentationsformen üben­ Präsentation des Projektverlaufs und des Projektprodukts
  • 8.2.5 Erfolgsanalyse ® M 8.1­ Kostenermittlung­ Umsatz­ Gewinn bzw. Verlust ­ Unterschiede der Kostenermittlung im Projekt und Betrieb­ Fehleranalyse, Verbesserungsvorschläge Das Projekt reflektieren­ den Projektverlauf prüfen ­ das Projektergebnis bewerten

Wiederholen, Üben, Anwenden, Vertiefen ­ Fließfertigung, Arbeitsteilung

Arbeit und Beruf

  • 8.3 Die persönliche Berufsorientierung ® HsB 8.4

Die im Inhaltsbereich 8.3.1 mit ­ gekennzeichneten Lerninhalte können bei entsprechender Sachlage auch in die M9 (9.1.1) verschoben werden. Lernziele

Die Schüler befassen sich in einer Zukunftswerkstatt mit Fragen zur eigenen Berufswahl und dokumentieren diese Überlegungen. Indem sie sich ihre persönlichen Voraussetzungen bewusst machen und diese entsprechenden Berufen und Arbeitsbereichen zuordnen, ermitteln sie eine mögliche Berufsrichtung, die ihren eigenen Zielvorstellungen nahe kommt. Dazu nützen sie regelmäßig berufswahlunterstützende Beratungsangebote und informieren sich auf dem Ausbildungsstellenmarkt, auf Messen und berufskundlichen Ausstellungen. Sie beschäftigen sich mit dem Ausbildungsstellenmarkt auch unter dem Aspekt des mittleren Schulabschlusses und stellen regelmäßig Kontakte mit außerschulischen berufsbezogenen Einrichtungen her. In einem einwöchigen Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb sollen sie sich beruflich orientieren. In einer weiteren freiwilligen Praktikumswoche können sie ihre berufliche Orientierung ergänzen.

Lerninhalte

  • 8.3.1 Berufswegplanung in Zusammenarbeit mit Berufsberatung und Betrieben

­ Zukunftswerkstatt: die eigene künftige Lebensgestaltung, z. B. einen eigenen Lebensplanentwurf machen und einen Berufswunsch formulieren, mit den Entwürfen anderer vergleichen ­ eigene Interessen, Wünsche, Neigungen, Erwartungen, Fähigkeiten und Voraussetzungen; ein persönliches Qualifikationsprofil zeichnen ­ Einrichtungen der Berufsberatung (z. B. das BIZ ) und ihre Angebote (z. B. Online-Selbstinformationssysteme und Printmedien) für die eigene Berufswahl nutzen; Anforderungs- und Qualifikationsprofile von Berufen ® D 8.2.2 ­ Überblick über den regionalen Ausbildungsstellenmarkt: Stellenangebote in der Zeitung, berufskundliche Schaubilder, Tabellen und Stellenübersichten der Berufsberatung ­Vergleich des persönlichen Profils mit beruflichen Anforderungen ­Vorbereitung eines Berufsberatungsgesprächs: Stichwortzettel mit Angaben zur eigenen Person und Fragen zum Berufswunsch; selbstständig ein Beratungsgespräch mit dem Berufsberater vereinbaren und führen ­Besuch von Veranstaltungen zur weiteren Berufsinformation und berufswahlergänzenden Messen ­ einen Berufswahlordner anlegen: die wichtigsten Schritte, Ereignisse und Konflikte etc. ­ Mitwirkung bei der Planung, Organisation und Durchführung eines Berufsinformationsabends an der Schule für Eltern und Schüler in Zusammenarbeit mit dem Berufsberater und Vertretern der örtlichen Wirtschaft ­ Vorbereitung eines Gesprächs mit den Eltern zur eigenen Berufswahl

  • 8.3.2 Praktisches Tätigwerden im Betriebspraktikum

­ organisatorische und inhaltliche Vorbereitung: einen Praktikumsplatz suchen, sich im Betrieb vorstellen, Termine und Praktikumsablauf abstimmen, Praktikumserwartungen und -wünsche zusammenstellen, sich über Arbeitsschutz und -sicherheit informieren ­ berufliche Orientierung und Erprobung am Praktikumsplatz: berufsrelevante Tätigkeiten unter Anleitung durchführen und Erfahrungen festhalten; technische Abläufe beobachten, eine eigene Praktikumsdokumentation zusammenstellen ­ Überprüfung der Berufswahl: Anforderungen des Wunschberufs mit den persönlichen Voraussetzungen vergleichen und ggf. nach beruflichen Alternativen suchen ­ Nachbereitung: den Verlauf und die Ergebnisse in einer Dokumentation zusammenfassen ® D 8.3.1

  • 8.3.3 Kritische Bestandsaufnahme des eigenen Berufswahlprozesses ® KR 8.6.1, EvR 8.2.1, Eth 8.2

­ Zukunftswerkstatt: kritische Reflexion des eigenen schulischen Leistungsvermögens; ggf. Überlegungen zur Korrektur der eigenen Schullaufbahn und zu Alternativen zur Berufswahl; Informationen zum Quali ­ Ausbildungsstellenmarkt in der Region; realistische Einschätzung der eigenen Chancen ­ Berufswünsche von Mädchen und Jungen in der Klasse ­ Überlegungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Reflexion der eigenen Berufswünsche der vergangenen Jahre und ggf. (vorläufiger) Abschluss des Berufswahlprozesses

Wiederholen, Üben, Anwenden, Vertiefen - berufskundliche Informationsmöglichkeiten - Kriterien für die eigene Berufswahl

Arbeit und Wirtschaft

  • 8.4 Arbeit und Entgelt

Lernziele

Die Schüler lernen anhand von Fallbeispielen grundlegende Sachverhalte zu Lohn und Abgaben kennen. Als künftige Lohnempfänger sollen sie den Zweck und die Notwendigkeit von Steuern und Abgaben verstehen lernen. Sie können an ausgewählten Beispielen den Zusammenhang von Lohn und Leistung aufzeigen und auch zu Lohnunterschieden bei Männern und Frauen Stellung nehmen. Sie erfahren, dass Löhne im Betrieb Kosten verursachen. Sie lernen Merkmale der Tarifautonomie kennen und können aktuelle Probleme dazu darstellen.

Lerninhalte

  • 8.4.1 Lohn und Abgaben

­ Bemessungsgrundlagen für eine leistungsgerechte Entlohnung ­ Lohnformen; Fallbeispiele und Statistiken auswerten ­ Lohnunterschiede bei Mann und Frau; Diskussion ­ Lohn- und Gehaltsabrechnung; Brutto-, Nettolohn, Sozialabgaben, Steuern ­ gesetzliche und freiwillige Lohnnebenkosten

  • 8.4.2 Tarifautonomie

­ Tarifautonomie: einschlägige Gesetzestexte lesen und interpretieren, z. B. Art. 9, Abs. 3 GG; Auszüge aus dem Tarifvertragsgesetz (TVG); Lohn- und Manteltarifvertrag ® D 8.2.2 ­ Tarifverhandlungen und Tarifvertrag; Verlauf von Tarifverhandlungen oder eines Arbeitskampfes mit Presseausschnitten dokumentieren und auswerten; ggf. in einem Planspiel die Kenntnisse über Tarifverhandlungen vertiefen; Aufgaben eines Schlichters bei gescheiterten Tarifverhandlungen ­ neue Aufgaben der Tarifparteien: Entwicklung von flexiblen Beschäftigungsmodellen; Altersteilzeitformen

Wiederholen, Üben, Anwenden, Vertiefen ­ Lohn- und Gehaltsabrechnung ­ Lohnformen

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